Rund 260.000 Menschen sind derzeit als Dienstleister im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland im Bereich der privaten Sicherheitswirtschaft beschäftigt. Diese sind in einem von etwa aktuell 6.000 Sicherheitsunternehmen beschäftigt. Im betriebswirtschaftlichen Gesamtbild erwirtschaftet die gesamte Sicherheitswirtschaft etwa 15 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr, Tendenz deutlich steigend, wovon rund die Hälfte der Bewachungs- und Dienstleistungssparte zuzuordnen ist.
Beeindruckende Zahlen und Kennzahlen eines großen, ausbaufähigen und lukrativen Wirtschaftssektors. Doch es gibt zahlreiche weitere Zahlen.
Wusstest Du, dass sich nahezu überall in der Praxis der privaten Sicherheitswirtschaft das Branchenbild einer reinen Männerdomäne abzeichnet? Rund 85 % der in der Sicherheitsdienstleistung beschäftigten Arbeitnehmer sind nämlich männlich. Allein durch den Umstand, dass man nahezu überall auf männliche Sicherheitskräfte stößt, entsteht oftmals fälschlicherweise eine Außenwirkung, Frauen seien in der Sicherheit nicht nur nicht vorhanden, sondern auch eventuell gar nicht tatsächlich einsetzbar oder zur Aufgabenerfüllung ungeeignet.

Frauenpower in der Sicherheit, der am stärksten unterschätzte Faktor
Frauen sind dabei nicht nur gesetzlich notwendig zur Aufgabenerfüllung, sondern ein Faktor, der das Routinearbeitsumfeld allein durch die Anwesenheit nahezu unverzichtbar.
Das im Bürgerlichen Gesetzbuch niedergeschriebene Schikaneverbot, hervorgehend aus dem Grundrecht der Menschenwürde, legt einen gesetzlichen Rahmen fest, der in der praktischen Dienstausübung im Rahmen von personellen Kontrollen eine gleichgeschlechtliche Durchführung dieser Kontrollen notwendig macht. Das heißt im Klartext, Frauen werden von Frauen kontrolliert und Männer von Männern. Dadurch wird gewährleistet, dass keine Übergriffe anzüglicher Art vom jeweils anderen Geschlecht stattfinden können, der kontrollierten Person das Gefühl der Scham erspart bleibt und ein Gefühl des Druckes durch die Kontrolle zumindest etwas erleichtert wird.
Zusätzlich ist ebenfalls in der Praxis festzustellen, dass Frauen in Konfliktsituationen oftmals psychologisch effektiver, sachlicher und mit den vorgebrachten Argumenten erfolgreicher auch kritische Situationen zu lösen imstande sind, als dies die männlichen Kollegen aufgrund ihres teilweise eher robusten Auftretens jemals könnten.

Die Moral von der Geschicht, ohne Frauen geht es nicht
Wie kann man also auch Frauen von einer Arbeit in der Sicherheit begeistern? Wie immer, die Chemie muss einfach passen und es muss in unserer und gegenüber unserer Branche auch ein Umdenken entstehen, dass Frauen nicht nur wertvolle Kolleginnen sein können, sondern für die tatsächliche Arbeitsabwicklung nahezu unverzichtbar sind. In einem Sicherheitsteam vor Ort ist auch in unserer Branche schlichtweg Vielfalt ein stetiger Erfolgsfaktor, der dabei hilft, in jeder Situation variabel angepasste Lösungen zu finden und die Stärken jedes einzelnen Teammitgliedes gezielt einsetzen zu können. Der Beruf der Sicherheitskraft ist dabei nicht nur vielseitig und abwechslungsreich, sondern auch fordernd und einzelfallbezogen in gewisser Weise spannend. Frauen tragen in unserer Gesellschaft an den unterschiedlichsten Stellen große Verantwortung, weshalb sie auch im beruflichen Alltag einer Sicherheitskraft, die besten Voraussetzungen und die notwendige Stressresistenz mitbringen.

Und das Beste zum Schluss: Durch die allgemeinverbindlich im Tarifvertrag geregelten Löhne wird es nicht zu geschlechterspezifischen Ungleichbehandlungen kommen.
Also was hält Sie als Frau noch von der Sicherheitsbranche ab? Oder haben vielleicht Sie Vorurteile gegen dieses Berufsfeld?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here